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Zacherlfabrik


ZACHERLFABRIK 2011

Heuer stellen folgende Künstler ihre Werke aus: Franz Josef ALTENBURG, Maria BUSSMANN; Maria HAHNENKAMP, Werner FEIERSINGER.

In dem ab 1888 nach einem Entwurf von Hugo Wiedenfeld von Karl Mayreder errichteten Gebäude der Zacherlfabrik befand sich ursprünglich eine Insektenpulverfabrik. "Die Fabrikanlage stellt in ihrem Phantasiereichtum ein Unikum in der Wiener Baulandschaft dar." (Architektur in Wien / 500 Bauten. Wien 1997, 294) Die Fabrikanlage steht inmitten eines großen Gartens mit altem Baumbestand.
Das bemerkenswerte, an eine Moschee erinnernde Äußere der Fabrik erklärt sich durch die Herkunft jener Pflanze, aus deren getrockneten Blüten das Insektenpulver "Zacherlin" hergestellt wurde. Johann Zacherl (1814-1888), der Urgroßvater des jetzigen Eigentümers der Fabrik, hatte um die Mitte des 19. Jahrhunderts auf seinen Reisen im Kaukasus entdeckt, dass die Blätter des Pyrethrums dort als sehr wirksamer Schutz gegen Ungeziefer verwendet wurden. Er schloss mit den Vorstehern der Dörfer Verträge ab, ließ die Blüten sammeln, nach Tiflis bringen und dort zu Pulver vermahlen. Das Pulver wurde in Säcke gefüllt und diese für den Transport nach Europa in Schafsleder eingenäht.
Nach einem längeren Aufenthalt in Tiflis, Georgien, ließ sich Johann Zacherl in Wien nieder. Das Unternehmen blühte auf und wurde von seinem Sohn Johann Ev. Zacherl zu einem großen Betrieb ausgebaut. Um 1890 entstanden die noch heute erhaltenen Fabriksgebäude. "Zacherlin" war in der gesamten Monarchie und darüber hinaus ein äußerst erfolgreiches Produkt. Einen bis heute gültigen Ausdruck fand dieser Erfolg in der bedeutenden Architektur des von Josef Plecnik entworfenen Stadthauses an der Brandstätte.
Nach dem Zusammenbruch der Monarchie geriet das Unternehmen immer mehr in Schwierigkeiten. Zuletzt wurde die Fabrik noch zur Aufbewahrung und zum Schutz von Teppichen, Pelzen und Textilien verwendet. In den vergangenen fünfzig Jahren sind große Bereiche leer gestanden, andere Teile des Gebäudes wurden von wechselnden Mietern genutzt.
Ursprünglich für wirtschaftliche Zwecke errichtet steht die Halle der Fabrik seit langem leer. Das Zweckfreie dieses Raumes, seine besondere Qualität als Bauwerk und die Lage des Fabriksgebäudes inmitten eines großen Gartens, einer grünen Insel der Stille in dicht verbautem Gebiet, schaffen ideale Bedingungen für einen Ort der Begegnung, der Ruhe, des Gesprächs. Durch die für diesen Ort geschaffenen Kunstwerke wird gerade diese Qualität gefördert.
Das Unternehmen ZACHERLFABRIK steht in enger Verbindung mit der Präsentation von Kunstwerken im Rahmen von POSITION: GEGENWART in der Wiener Jesuitenkirche.
Die Erfahrung von POSITION: GEGENWART hat gezeigt, dass die Tätigkeit im Sakralraum auf Grund ihrer eigenen Logik eine Fortsetzung im säkularen Bereich erfordert. Das spirituelle Potential von Kunstwerken muss inmitten des Säkularen wirksam werden.
Die Nutzung gegenwärtig leer stehender Gebäudeteile der Zacherlfabrik für die Präsentation von Kunstwerken, für Gespräche und Symposien ist getragen von enger Zusammenarbeit der Beteiligten, des Eigentümers der Fabrik, der Künstlerinnen und Künstler, von verantwortlichen Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Religion. Sie ist nicht von kommerziellen Interessen geleitet.
Das Unternehmen ist von Anfang an offen für einen interreligiösen und interkulturellen Dialog. Es nimmt besonders Rücksicht auf die soziale Situation von Personen, die "am Rand der Gesellschaft" stehen. Asylsuchende sind in das Unternehmen integriert.

Adresse: Nußwaldgasse 14, 1190 Wien.
Erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln: ab Schottentor Straßenbahnlinie 37 bis Barawitzkagasse oder 38 bis Silbergasse; U 4 bis Heiligenstadt, von dort Bus 39A oder 10A bis Saarplatz

Siehe auch www.zacherlfabrik.at

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